Dr. med. vet. Jürgen Bartz, Virbac GmbH

Wie ein Fingerabdruck:

Der Mikrochip markiert Ihre Katze lebenslang und schmerzfrei

Wussten Sie, dass in Deutschland jährlich über 80.000 Hunde und  Katzen entlaufen oder gestohlen werden? Ein Großteil dieser Tiere kehrt nie  wieder nach Hause zurück, weil ihr Besitzer nicht ausfindig gemacht werden kann.

Althergebrachte  Kennzeichnung

Die Kennzeichnung vieler Katzen erfolgt immer  noch durch eine Tätowierung: Mit den Stahlnadeln einer Tätowierzange wird eine  Zahlen- und Buchstabenkombination in die Haut gestanzt und durch Tätowierfarbe  dauerhaft sichtbar gemacht - so wünschen es sich jedenfalls die Züchter. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder ein Verblassen der Nummern mit den Jahren.

Außerdem können diese äußerlichen Kennzeichen natürlich manipuliert werden,  beispielsweise von Tierdieben. Ein weiterer, handfester Nachteil ist die  Schmerzhaftigkeit des Eingriffs.

Viele Rassekatzen werden überhaupt nicht markiert - weil die Tätowierung zu Recht als entstellend gilt, und weil man zudem glaubt, dass eine Kennzeichnung für gut behütete Tiere entbehrlich sei.

Alternative Methoden

Eine sinnvolle Alternative ist die Injektion eines Transponders.

Solch ein Transponder ist reiskorngroß. Er besteht aus einer medizinisch geprüften Bioglaskapsel und enthält einen Mikrochip sowie eine kleine Antenne. Der Transponder wird vom Tierarzt über eine sterile  Einwegspritze schnell, sicher und schmerzfrei unter die Haut des Hundes oder der  Katze direkt hinter dem Ohr injiziert. Er verwächst in kurzer Zeit mit dem Gewebe..

Auf dem Chip ist ein 15-stelliger, nur einmalig vergebener, unveränderlich programmierter Code mit Länder- und  Herstellerkürzel gespeichert. Nach der Implantation meldet der Tierarzt, Züchter  oder Besitzer den Code mit Namen und Adresse an den Zuchtverband. Zusätzlich  sollte man das Tier unbedingt in eines der zentralen deutschen Tierregister  eintragen lassen:

  • Deutsches Haustierregister (Deutscher Tierschutzbund e. V. in 53115  Bonn)
  • TASSO  Haustierzentralregister e.V. in 65795 Hattersheim
  • Ifta GmbH  Internationale Zentrale Tierregistrierung in 88145 Maria  Thann

Damit ist die Zuordnung des Tieres immer und unabänderlich gesichert. Geht eine Katze verloren, gelangt sie - gelegentlich über den Umweg einer Tierarztpraxis oder Polizeistation - irgendwann ins Tierheim. Dort kann der Code des Transponders mit einem Lesegerät abgelesen und  der Besitzer telefonisch über das Register ermittelt werden. Lesegeräte sind  mittlerweile aufgrund der verbreiteten elektronischen Kennzeichnung von Hunden und Katzen in vielen Tierheimen vorhanden. Zudem gibt es Lesegeräte in vielen Kleintierpraxen, aber auch bei Vereinen und Verbänden sowie an Grenzübergängen.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass der  Transponder nur durch das Lesegerät zur Signalabgabe über die Antenne aktiviert  wird und sich ansonsten völlig passiv verhält, also nicht strahlt

Seit 1996 sind alle Transponder im Handel  vereinheitlicht worden: Der internationale Standard (ISO-Standard) ermöglicht  die weltweite Gültigkeit und Lesbarkeit eines jeden ISO-Transponders. Den besten Zusatzservice bietet derzeit das  BACKHOME-System der Firma Virbac. Hier beinhaltet der Zifferncode des Mikrochips  zusätzlich einen Ländercode in Buchstaben: DEU steht für  Deutschland

Nach Großbritannien reisen: Jetzt mit Transponder  möglich

Wer früher mit seiner Katze nach Großbritannien einreisen wollte, musste dem Tier eine sechsmonatige Quarantäne zumuten - ein Umstand, der solche Unternehmungen praktisch unmöglich machte.  Seit dem 28. Februar 2000 jedoch ist dies unter Einhaltung einer Reihe von  Auflagen möglich. Zum Kernpunkt dieser Auflagen gehört die Verpflichtung, dass  das Tier zur eindeutigen Sicherung seiner Identität mit einem Transponder versehen wird - übrigens auch, wenn es schon tätowiert ist. Außerdem sind folgende Bedingungen zu beachten: 

  • Die Katze muss gegen Tollwut geimpft worden  sein und laufend im korrekten Abstand nachgeimpft werden.

  • Der Erfolg dieser Impfungen ist durch eine blutserologische Untersuchung zu bestätigen.

  • Diese Kontrolluntersuchung muss mindestens sechs Monate vor der beabsichtigten Einreise erfolgt sein und durch die  Veterinärbehörde bestätigt werden.

  • 24 bis 48 Stunden vor der Einreise ist das Tier zusätzlich gegen Innen- und Außenparasiten zu behandeln.

Dieses Einreise-Schema ist zwar immer noch aufwendig, aber dennoch ohne Belastungen für die Katze zu erfüllen. Damit ist die Mitnahme einer Katze nach Großbritannien nun endlich möglich. Das Verfahren  ist von den englischen Behörden zwar zunächst nur als Pilotprojekt vorgesehen,  wird aber im Jahre 2001 mit höchster Wahrscheinlichkeit zur Routine erklärt werden.

Der Mikrochip - (auch) für Rassekatzen wichtig

Wer Rassekatzen hält, kümmert sich zumeist besonders intensiv um seine Lieblinge - und rechnet nicht damit, dass sie einmal verloren gehen könnten. Läuft eine behütete Wohnungskatze jedoch weg, ist sie ohnehin schwierig zu finden. Geschieht dies zusätzlich in fremder Umgebung,  beispielsweise bei einer Ausstellung, kann das Tier, wenn es von fremden Menschen gefunden und im Tierheim abgegeben wird, seinen Besitzern in einer  fremden Stadt ohne Kennzeichnung nicht mehr zugeordnet werden. Mit Mikrochip ist  diese Gefahr gebannt: Das Tierheim (oder der Tierarzt) ruft nacheinander die  drei Haustierregister an, gibt die 15-stellige Chip-Nummer durch und kann den  Besitzer dadurch ermitteln. Ein Anruf genügt dann - und die Katze ist wieder zu Hause.

Große Bedeutung hat der Mikrochip und damit  die fälschungssichere Kennzeichnung auch im Zusammenhang mit dem Nachweis eines  Ausschlusses von Erbkrankheiten (bspw. PKD, Gehörschäden).

Auf einen Blick: Die Vorteile der Transponder-Kennzeichnung

  • Identifizierung bei Verlust: Ihre Katze kehrt  aus dem Tierheim schnell zu Ihnen zurück.

  • Sicherer Eigentumsnachweis: Bei Diebstahl und  Verkauf ist die Identität eindeutig feststellbar.

  • Nachweis der Abstammung: Züchterische  Glaubwürdigkeit und Dokumentation von Ausstellungserfolgen werden  verbessert.

  • Sichere Identifizierung im Zusammenhang mit  Erbkrankheiten (z.B. PKD, Audiometrie Test).

  • Erleichterung des internationalen  Reiseverkehrs: Impfpässe und andere Gesundheitsbescheinigungen sind dem Tier leichter zuzuordnen.

  • Seit Februar 2000 können “gechippte” und geimpfte Tiere ohne Quarantäne nach Großbritannien einreisen.

Weitere Informationen erhalten Sie über folgende Adresse

Virbac Tierarzneimittel GmbH, Rögen 20, 23843  Bad Oldesloe

Telefon 04531-805105, Telefax  04531-805100

E-Mail: info@virbac.de und juergen.bartz@virbac.de

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